Skip to content

2008 ist das Jahr des Linux-Desktops

25. Januar 2008

Der Titel mag ironisch erscheinen, wird doch schon seit mindestens 2000 propagiert, dass das jeweilige Folgejahr das „Jahr des Linux-Desktops“ sei bzw. das Linux endlich im Massenmarkt ankommen würde. Unnötig zu erwähnen, dass alle diese Vorhersagen bisher falsch lagen.

Doch dieses Mal ist vieles anders: GNU/Linux-Distributoren wie Red Hat und Novell machen Gewinn; diverse große und angesehene Unternehmen wie bspw. die New Yorker Börse wechseln zu Linux-Servern; Google fördert stetig die Entwicklung von FLOSS im Rahmen des „Google Summer of Code“. Die verschiedensten Technikgeräte sind Linux-basiert: es gibt Handhelds, Internet Tablets und Navigationsgeräte auf Linux-Basis, irgendwann im Laufe dieses jahres soll auch das erste komplett freie Handy mit Linux-Basis erscheinen. Die OLPC-Initiative hat eine wahre Lawine von Mini-Notebooks mit GNU/Linux-Distributionen ausgelöst – momentaner Höhepunkt: der Deutschlandstart des EeePC von Asus.

Auch die Tatsache, dass sich immer mehr Firmen darum kümmern, Linux-Treiber zur Verfügung zu stellen, zeigt, dass Linux nicht mehr nur in dunklen Hinterzimmern vertreten ist, sondern im „Mainstream“ angekommen ist. Hier ist als Paradebeispiel die Initivate von AMD zu nennen, zukünftig freie Treiber für Ati-Grafikkarten zu entwickeln.

Zu all diesen Faktoren kommen zwei weitere gewichtige dazu: Windows Vista, das neue Flagschiff Microsofts, ist ein Flop. Die Treiberprobleme und Imkompabilitäten sind höher als beim Wechsel von Windows 9.x zu Windows NT, die Mehrheit der Nutzer hat kein Interesse, den Rechner aufzurüsten, nur damit das Betriebssystem flüssig läuft. Und last, but not least, ist hier auch Ubuntu zu nennen: die GNU/Linux-Distribution, gesponsort von Mark Shuttleworth, Milliardär aus Afrika, hat es geschafft, neue Nutzer zum Wechsel zu Ubuntu zu bewegen. Ubuntu mag nicht die schnellste Distribution sein, aber sie ist eine der anfängerfreundlichsten – und das Marketing ist hervorragend. Die Philosophie hinter Ubuntu, ein „Linux für Menschen“ zu machen, kommt einfach gut an.

Alle diese Faktoren beweisen, dass FLOSS im Allgemeinen und Linux im Besonderen auf einem guten Weg sind: es ist gar nicht nötig, dass GNU/Linux-Systeme plötzlich massenhaft Windows ersetzen – der Prozess ist unaufhaltsam. Gleichzeitig heißt dies jedoch nicht, dass Microsoft plötzlich keine ernstzunehmende Gefahr mehr darstellt: eine Riesenfirma wie Microsoft verschwindet nicht so plötzlich vom Markt. Microsoft wird weiter versuchen, die eigenen „Standards“ zu etablieren und somit Anwender wirklicher Wahlfreiheit zu berauben.

2008 ist das Jahr des Linux-Desktops – aber er kommt anders daher, als zu erwarten war.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: