Skip to content

Googles Rechnung geht auf: der erste Chrome-Fork wurde veröffentlicht

25. September 2008

In Foren und Blogs (und sogar von den alten Holzmedien) musste Google in den letzten Tagen und Wochen ja massiv Prügel einstecken wegen der Datenschutz-Problematik beim Google-Browser Chrome. Teilweise war die Kritik berechtigt, teilweise überzogen, und teilweise war sie nicht mehr weit entfernt von absurden Verschwörungstheorien. Wie es halt so ist, wenn Nerds und Geeks sich eines Themas annehmen.

Nun ist die Basis von Chrome jedoch Open Source: Chromium ist nichts anderes als die unkompilierte Version von Chrome. Google liebt Open Source und ist sehr engagiert in diesem Bereich, aus einem einfachen Grund: weil Open Source nur Vorteile bringt, für alle Beteiligten. Man hat eine gute Idee, schreibt ein Programm, gibt es frei, schon kann es jeder nutzen und alles Mögliche damit anstellen. Es erweitern, es verbessern. Der Autor erhält gutes und sinnvolles Feedback, das Programm wird besser und besser. Es wird verschlankt und vergrößert, angepasst und neu gebaut.

Genau das ist nun auch bei Google Chrome passiert: der Google-Browser wurde geforkt, der Abkömmling nennt sich Iron (nicht sonderlich einfallsreich, aber gut). Viel Neues bringt Iron nicht mit, mit einer für Nerds und Geeks wichtigen Kleinigkeit: die Google-Features wurden entfernt, somit sind keine datenschutzrechtlichen Bedenken mehr gegeben. Diese Version könnte auch in der nächsten Ubuntu-Version Einzug halten, für den Steinbock dürfte es schon zu spät sein. Prinzipiell aber ist Chrome/Iron der perfekte Begleiter für Netbooks: klein, schnell und elegant.

Und ich behaupte: genau das war u.a. der Plan von Google. Der Browser sollte geforkt werden, um mehr Vielfalt in den Markt zu bringen, um ihn weiter zu beleben. Deshalb ist das Engagement Googles bei Mozilla meiner Meinung nach auch nicht in Gefahr: Google profitiert davon, wenn Nutzer wirklich die Wahl haben, wie sie im Internet unterwegs sein wollen. Ein Internetnutzer, der die Wahl hat, ist zufrieden; ein zufriedener Surfer verweilt länger im Netz; mehr Internetnutzung bedeutet für Google mehr Einnahmen durch Online-Werbung.

Warum Pro-Linux diesen Fork als „Klon“ bezeichnet, bleibt mir indessen ein Rätsel.

Nachtrag, 26.09.08: Der Chrome-Fork Iron benötigt Administrator-Rechte. Ich rate deshalb davon ab, ihn zu nutzen.

3 Kommentare leave one →
  1. 26. September 2008 10:41

    > Und ich behaupte: genau das war u.a. der Plan von Google. Der
    > Browser sollte geforkt werden, um mehr Vielfalt in den Markt zu
    > bringen, um ihn weiter zu beleben.

    lol na das glaub ich ja nicht. stell mal google nicht als die heilsarmee hin. das ist ein wirtschaftsunternehmen. die bedienen sich einfach am besten bugtracker den es gibt – der community.

  2. 18. Oktober 2008 17:15

    Es geht vor allem um V8… Wem nützt V8?! Richtig, JavaScript-Anwendungen.. Welche wichtigen JavaScript-Anwendungen gibt es denn? Nun ja, YouTube, GoogleMail, iGoogle, GoogleMaps, SpreadSheet usw. Fällt etwas auf? Richtig, das sind Google Anwendungen. Google sponsert Mozilla, um die eigenen Produkte bekannt und beliebt zu machen. Um das zu verstärken wirft man noch 2-3 Apis auf den Markt, die im Grunde nichts anderes als gratis-Werbung in tausenden Web-Anwendungen und Programmen sind. Um dann die dadurch sehr bekannten Produkte von der Konkurrenz abzuheben, wirft man einen eigenen Browser auf den Markt, der diese JS-Anwendungen beschleunigt. Damit der sich gut verbreitet, erstellt man einen OpenSource-Ableger namens Chromium, der viele Forks und viele Benutzer bekommt und dem Anwender JS-Anwendungen schmackhaft macht, da selbige schnell sind. Und was gibt es denn an guten JS-Anwendungen!? Richtig, der ganze Kram von Google, den der Anwender ja durch die Werbung in Firefox und die vielen Apis kennt.
    Theoretisch hat Google genug Kapazitäten, um einen Browser ClosedSource von Bugs zu bereinigen – ganz ohne Community. Man verwendet OpenSource nicht wegen der Vorschläge aus der Community sondern um die V8-Technik weiter zu etablieren, da man selbst davon profitiert.

  3. sele permalink
    14. August 2009 19:25

    Funatkier, du magst zwar recht haben, die Tatsache das Google sicherlich primär seine eigenen Interessen im blick hat, sollte uns nicht davon abhalten den besten nutzen für uns aus dieser Tatsache zu ziehen. Wer weis vielleicht werden sich ja ein paar Entwickler zusammen schließen um Chromium unabhängig von Google zu entwickeln, und vielleicht werden zukünftig neue online Angebote entstehen die V8 nutzen und nichts mit Google zu tun haben. Aufhalten können wir die Entwicklung nicht, aber den besten nutzen daraus ziehen.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: